Psychiatrisch
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Die psychiatrische Untersuchung ist Teil des diagnostischen Vorgehens mit dem Ziel, die für die Therapie wichtigen Daten und Informationen zu gewinnen. Das geschieht durch die Erfassung des psychischen Befundes, die allgemein körperliche und neurologische Untersuchung sowie die Erhebung der (Fremd-)Anamnese.
Bei der Erhebung der Anamnese, also der Vorgeschichte, erfasst der Arzt im Gespräch folgende Themenbereiche:
- den allgemeinen Lebensweg einschließlich der sozialen Entwicklung (Biographie);
- die bisherigen Erkrankungen (Krankheitsanamnese);
- die Erkrankungen in der Familie (Familienanamnese).
Angestrebt ist die "biographische Anamnese", d. h. die Beschreibung der Krankheit und ihrer Entwicklung in einem biographischen Kontext.
Grundsätzlich wird der Patient mit einer psychiatrischen Erkrankung auch körperlich untersucht, da sich hinter einer psychischen Störung immer auch eine körperlich Ursache (z. B. eine Enzephalitis, eine Intoxikation, ein Hirntrauma, eine organische Psychose o. a.) verbergen kann. Zur erweiterten körperlichen Untersuchung gehören die laborchemischen Untersuchungen (Blut, Urin, ggf. Liquor) und die apparativen Verfahren (EKG, Röntgen, Ultraschall, EEG, Computertomographie usw.).
Die Erhebung des psychischen Befundes erfolgt im Rahmen des Gespräches mit dem Patienten. Dieser erhält im Gespräch die Gelegenheit, sich selbst mitzuteilen und seine Beschwerden, Probleme und Fragen darzustellen ("Interview-Technik"). In einer aktiven Gesprächsführung "exploriert" der Arzt den Patienten zu weiteren, für die Diagnosefindung wichtigen Themenbereichen. Ziel der Erhebung des psychischen Befundes ist es, sich ein Bild vom Erleben, Befinden und Verhalten des Patienten zu verschaffen. Der im freien Gespräch erhobene psychopathologische Befund ist das Kernstück der psychiatrischen Diagnostik. Durch testpsychologische Untersuchungen kann ggf. die psychopathologische Befunderhebung ergänzt werden.
Wenn der psychische und körperliche Befund erhoben sind und die Anamnese durchgeführt ist, lässt sich aus der Vielzahl der Symptome eine Syndromkonstellation erkennen, z. B. ein depressives Syndrom, ein schizophreniformes Syndrom, ein hirnorganisches Syndrom o. a. Durch weiterführende Untersuchungen, z. B. laborchemische Untersuchungen und apparative Verfahren kommt der Arzt vom Syndrom zur Diagnose und zur Festlegung der Therapie.
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