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Musiktherapie

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Musik begleitet uns unser ganzes Leben lang. Bereits vor der Geburt hören wir im Mutterleib millionenmal den vertrauten Rhythmus des mütterlichen Herzschlags. Später begleiten uns Schlaf- und Wiegenlieder, Kinderlieder, Kirchenmusik und viele weitere musikalische Eindrücke, die oft in Verbindung mit wichtigen Ereignissen (z.B. Weihnachten, Geburtstag, Heirat, etc.) und intensiven emotionalen Erfahren stehen. Viele von uns hören bestimmte Musikstücke, um sich in eine entsprechende Stimmung zu versetzen oder die gegenwärtige Gemütslage zu intensivieren, um Erinnerungen an angenehme Erlebnisse wieder wachzurufen oder einfach um zu träumen. Es gibt kaum eine Kunstform, die so eng mit unseren Gefühlen verbunden ist, wie Musik. Viele Begriffe aus der Umgangssprache weisen auf diese Verwandtschaft zwischen seelischem Erleben und Musik hin (z.B. "gute Stimmung", "Harmonie", "Monotonie", "auf die Pauke hauen"). In der Musiktherapie nutzen wir diese enge Beziehung zwischen Musik und seelischem Erleben gezielt therapeutisch.

Musiktherapie als psychotherapeutische Methode ist eine Möglichkeit, das psychische oder körperliche Leid bei Patienten mit dem Mittel der Musik fühlbar und bewusst zu machen, um eigene schöpferische Bewältigungsmöglichkeiten zu erlangen.

In der Musiktherapie wird zwischen aktiver und rezeptiver Musiktherapie unterschieden. In der rezeptiven Musiktherapie hören die Patienten Musik, die zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden kann: z.B. zur Entspannung oder um Anknüpfungspunkte für ein therapeutisches Gespräch zu finden

Wesentlicher Bestandteil der aktiven Musiktherapie ist die Improvisation. In der Einzeltherapie entwickelt sie sich zwischen dem Patienten und der TherapeutIn, in der Gruppentherapie nehmen bis zu sechs Mitspieler daran teil. In der Improvisation wird mit oder ohne strukturierende Verabredungen (Spielregeln, Vorgaben) auf leicht spielbaren Musikinstrumenten oder mit der Stimme musiziert und experimentiert. Vorkenntnisse werden dabei nicht vorausgesetzt. Mögliche Vorgaben sind:

 

  • Improvisation mit Spielregeln sozialer Art
  • tonal gebundene Improvisation
  • limitierte Improvisation - bezüglich Zeit, nur Klang, nur Rhythmus, usw.
  • assoziative Improvisation zu einem Thema, einem Gefühl, einem Ereignis
  • Rollenspiel
  • freie Improvisation

Die musikalische Gestalt folgt dabei in der Regel keinem Schema, sondern entsteht ganz aus dem Augenblick, aus dem Stegreif. Erlebnisschwerpunkte dabei sind beispielsweise: in sich selbst hineinlauschen, gehört und wahrgenommen werden, auf den anderen hören, Resonanz und Schwingung spüren und Verbindung aufnehmen, das Hinhören auf Leid und Kränkung, aber auch auf Freude und Gemeinsamkeit.

Das Beschreiben und Reflektieren der entstandenen Musik vervollständigt die therapeutische Arbeit. Das Gespräch fördert die Erkenntnis über die inneren Zusammenhänge zwischen der entstandenen Musik und den persönlichen Themen der Patienten.

Musiktherapie ist ein Spielraum, in dem das Ausprobieren und Reflektieren von Verhaltensmustern, Wahrnehmungs- und Erlebnisweisen, das Experimentieren, d.h. auch Probehandeln im Mittelpunkt stehen. So können in der Musiktherapie entscheidende Neuerfahrungen gemacht werden, alte Kraft und verschüttete Lust wiederentdeckt und Wachstumsprozesse angeregt werden. Die musikalische Begleitung des Therapeuten vermag dabei den Ausdruck des Patienten zu unterstützen, zu erweitern, zu spiegeln, ggf. auch zu stören und herauszufordern.

Zum Instrumentarium gehören u.a. Xylophone und Metallophone, Percussionsinstrumente und Trommeln, Saiteninstrumente zum Zupfen und Streichen, Blasinstrumente und Klavier.

Musiktherapie ist besonders bei den Patientinnen und Patienten indiziert, die verbal kaum erreichbar sind, d.h. die entweder verstummt sind oder aber das Reden als Verdrängungsmechanismus benutzen. "Immer dann, wenn ein Mensch aufgrund von Blockieren, Abwehrmechanismen bzw. Schutzhaltungen nicht direkt mit seinen Gefühlen in Kontakt kommen kann, sondern sie besser durch künstlerische Projektionen quasi in der Begegnung mit dem Außen erlebnismäßig begreifen lernen könnte, ist die Arbeit mit Musik indiziert." (I. Frohne, 1986)

Kontaktperson
Leitung
Herr H. Bischoff Telefon: 07641 461-3800 Mail: h.bischoff@zfp-emmendingen.de Allgemeines:
Stellvertretung
Frau S. Reichenbach Telefon: 07641 461-3801 Mail: s.reichenbach@zfp-emmendingen.de Allgemeines:
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